Einweihung des Margaretenbrunnens
Im November 1836 wurde der Margaretenbrunnen eingeweiht. 22 Jahre bevor das Haus Margaretenstraße 95 errichtet wurde. Kaiser Franz II./I. genehmigte der Bevölkerung von Margareten im Jahre 1829 die Benützung der Hofwasserleitung von Siebenbrunnen.
Siebenbrunnengasse, Siebenbrunnenplatz, Siebenbrunnenfeldgasse, diese Straßennamen erinnern an den Brunnen.
Margaretenbrunnen am Margaretenplatz von ca. 100 Jahren
Es war die einzige öffentliche Wasserquelle in dieser ländlichen Gegend. Heute dreht man bedenkenlos den Wasserhahn in seiner Wohnung auf und es sprudelt frisches Hochquellenwasser daraus.
Damals mussten die Menschen mit entsprechenden Gefäßen auf den Hauptplatz gehen, durchaus dabei weite Strecken zurücklegen, um Wasser zum Kochen, Trinken und Waschen zu holen. Wasser ist Leben. Und das entwickelte sich auch in der Folge immer stärker und lebhafter in Margareten, eben auch durch den Brunnen des Kaisers.
Inhalt von Artikel „Margareten und das Wasser“, Bezirksblatt Miteinander im 5.
Margareten und das Wasser
Warum durfte ein gar nicht so kleiner Teil unseres Bezirks bis 1870 nicht verbaut werden? Hat die Wehrgasse etwas mit dem Wienfluss zu tun? Warum wurde ausgerechnet Margareten an die Hofwasserleitung angeschlossen?
Ja, Margareten und das Wasser ist ein erstaunlich ergiebiges Thema. Apropos ergiebig. In einer Zeit, in der man das Wasser vor allem aus Grundwasserbrunnen oder Flüssen bezog, waren Quellen mit reinem Wasser sehr wertvoll. Und solche Quellen gab es in unserem Bezirk. Zwischen dem heutigen Gürtel und dem Siebenbrunnenplatz waren es gleich sieben davon.
Noch heute erinnern Straßennamen daran. Eine der sieben Quellen war besonders ergiebig, sodass sie sogar einen Bach speiste, der zum Wienfluss plätscherte und der wasserreich genug war, eine Mühle zu speisen, die sogenannte Hundsmühle in der Gegend des heutigen Hundsturms.
Kaiserliche Wasserleitungen
Allerdings wurden sie bereits 1562 aufgelassen, denn die wertvollen Quellen wurden vom Kaiserhaus höchstselbst in Beschlag genommen. Ferdinand I. ließ Wasserleitungen für den Hof und andere wichtige Gebäude der Stadt bauen. Eine aus Hernals und eine aus dem späteren Margareten. So wurden die sieben Quellen gefasst und das Wasser in
einer Rohrleitung über den heutigen Margaretenplatz zur Augustinerbastei (heute Albertina) geführt, wo ein Wasserreservoir angelegt wurde.
Das Gesamtvolumen der Wasserleitung dürfte ca. 200 Kubikmeter pro Tag betragen haben. Der Vorstadt Margareten wurde die Mitbenutzung der Wasserleitung gestattet. Konkret gab es einen Wasserspender oder ein Auslaufrohr am Margaretenplatz, an das noch heute der 1836 errichtete Brunnen erinnert. Das ganze Siebenbrunnenfeld, bis hinauf über den Gürtel, wurde als Quellschutzgebiet ausgewiesen und mit einem Bauverbot belegt.
Bei Inbetriebnahme der Ersten Hochquellenleitung 1873 wurde die Siebenbrunner Hofwasserleitung aufgelassen und das Bauverbot aufgehoben. 1904 wurde im Gedenken an die Siebenbrunner Hofwasserleitung der bekannte Brunnen am gleichnamigen Platz errichtet. Der Siebenbrunnenplatz soll in absehbarer Zukunft umgebaut und aufgewertet werden, derzeit läuft ein Beteiligungsverfahren.
Kommen wir zur Wehrgasse. Sie ist nicht nur eine der schönsten Gassen in unserem Bezirk, sie erinnert vor allem an die seit dem Mittelalter bestehende Wehranlage im Wienfluss, etwa dort, wo die Wehrgasse auf den Fluss trifft. Sie ist als Gumpendorfer Wehr in die Stadtgeschichte eingegangen und regulierte den Wasserzufluss zu dem dort abzweigenden Mühlbach, mit dem verschiedene Mühlen betrieben wurden. Die Mühl- und die Schleifmühlgasse erinnern daran, vor allem aber die heute als Gebäude noch existierende Heumühle (siehe Bild unten), errichtet um 1539. Ein wahres Juwel der Stadtgeschichte, auch wenn sie sich schon im 4. Bezirk befindet.
Wiental-Kanal
Keinesfalls darf ein Großbauvorhaben in unserem Bezirk unerwähnt bleiben, das den Wienfluss betrifft. Denn in unserem Bezirk wird aktuell nicht nur an der U-Bahn gebaut, sondern auch am sogenannten WientalKanal, der längs des Wienflussbetts gebaut wird. Wie bei der U-Bahn wird mit Hilfe einer Tunnelbohrmaschine ein gewaltiger Tunnel beginnend in etwa beim Rüdigerhof bis nach Auhof gegraben.
Der neue Kanal soll die bereits bestehenden links und rechts des Flusses bestehenden Abwasserkanäle, die vor allem bei stärkeren Regenfällen überfordert sind, entlasten. Eine sehr sehenswerte Dokumentation zu dem Bauvorhaben ist gleich beim Ausgang der U-Bahnstation Margaretengürtel (Richtung Gürtel) eingerichtet.
Ludwig Dürrauer
Heumühle errichtet um 1539
Danksagung an den Kaiser
Die Gemeinde Margarethen bedankte sich beim Kaiser mit der Errichtung der Hl. Margarethe an der Brunnenstelle und einer Gedenktafel, auf der der Kaiser prominent erwähnt ist, was ebendort noch immer zu bewundern ist.


